Kirn | Abgesagt: Häufige Durchfälle könnten auf Morbus Crohn hindeuten

Aufgrund der aktuellen Ausbreitung der COVID-19-Pandemie wird der Vortrag von Dr. Horn und Dr. Proff am kommenden Donnerstag, 29. Oktober in Kirn abgesagt. Die Gesundheit und der Schutz der Gäste und der Mitarbeitenden  haben jedoch Vorrang.

.

.

.

BAD KREUZNACH/KIRN. Colitis ulcerosa ist neben Morbus Crohn die häufigste chronisch entzündliche Darmkrankheit. „Trotzdem haben die Patienten oft einen langen Leidensweg hinter sich bis die Diagnose feststeht“, weiß Dr. Gunnar Proff, Chefarzt der Allgemeinen Gefäß- und Viszeralchirurgie am Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach. Er will Aufklärungsarbeit leisten, dass man bei häufig auftretenden Durchfällen diese Diagnose als Möglichkeit im Hinterkopf behält.

Er und Dr. Stephan Horn, Chefarzt der Inneren Medizin am Diakonie Krankenhaus in Kirn, wollen Aufklärungsarbeit leisten, dass man bei häufig auftretenden Durchfällen diese Diagnose als Möglichkeit im Hinterkopf behält. Die Experten der Stiftung kreuznacher diakonie für chronisch entzündliche Darmerkrankungen referieren am Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19 Uhr, bei der Volkshochschule Kirn, über ihr dieses Thema: „Wer häufig unter Durchfall leidet, sollte dies in jedem Fall ärztlich abklären lassen.“ Beide werden im Vortrag aus therapeutischer Sicht zeigen, wie der Patient und Ärzte bei der Behandlung ein Team bilden können. Veranstaltungsort ist das Gesellschaftshaus in Kirn, großer Saal.

Die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) erklärt: „In Deutschland wird die Zahl der Colitis ulcerosa-Patienten auf 168.000 geschätzt.“ In einer Kleinstadt  mit 10.000 Einwohnern gebe es deshalb vermutlich im Durchschnitt 20 Betroffene. Dr. Proff betont , dass die Patienten ein gutes Netzwerk brauchen, um diese entzündlichen Darmerkrankungen in den Griff zu bekommen. Auch deshalb bietet er in Bad Kreuznach und Kirn Bauchsprechstunden nach telefonischer Terminvereinbarung an. Wichtig sei gerade auch der interdisziplinäre Austausch der behandelnden Ärzte, um frühzeitig die Therapie einleiten zu können. „Bei Kindern mit Colitis ulcerosa kann eine spezielle Diät bei dieser Autoimmunerkrankung eine medikamentöse Therapie überflüssig machen. Unbehandelt treten bei Kindern häufig Wachstumsverzögerungen auf“, warnt der Experte.

Wer häufig unter Durchfall leidet, sollte dies in jedem Fall ärztlich abklären lassen. Dr. Gunnar Proff, der immer wieder Vorträge für Betroffene zu diesem Thema hält, erklärt: „Mit einer Darmspiegelung bekommt man Klarheit.“ Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind beides ernste Erkrankungen. Durch die dauerhafte Entzündung des Darms können sich bei der Colitis ulcerosa im Dickdarm Krebsgeschwulste bilden, wenn man bei schweren Verläufen nicht operiert. Auch Morbus Crohn kann bei schweren Verläufen einen geplatzten Darm zur Folge haben.

Was können diese Patienten zusätzlich für sich tun? Dr. Proffs Antwort: „Gesunde Ernährung, Sport und auf keinen Fall Rauchen. Gerade bei Morbus Crohn erhöht dies das Risiko um ein Mehrfaches!“

Terminvereinbarungen für die Sprechstunden in Bad Kreuznach und Kirn sind telefonisch unter 0671-605-2670 möglich. Der Eintritt für den Vortrag am 29. Oktober im großen Saal des Gesellschaftshauses ist frei.