Augen-Blicke

Neulich las ich einen Impuls mit der Überschrift „Augen-Blick“.

Es geht darum, dass viele Menschen wegschauen wenn sie mit jemanden reden. Stimmt das passiert mir auch oft. Da schaut einer ständig aufs Handy oder während unseres Gespräches in den Fernseher. Warum hat er keine Augen für mich? Nimmt er mich nicht wahr? Bin ich ihm egal? Alles Fragen die bei mir aufkommen.

In dem Artikel geht es auch um eine Künstlerin die im Museum “of modern Art“ in New York, ein Projekt mit dem Namen „eye-gazing“ – Augen-Blick gemacht hat.

Sie hat Besuchern und Vorübergehenden angeboten in die Augen zu blicken, ohne zu reden, ganz ohne Worte. Dabei ist vielen bewusst geworden, wie kostbar so ein Blick in die Augen sein kann. Jeder Augenblick ist kostbar.

In diesen besonderen Zeiten die wir gerade miteinander erleben, sehen wir oft nur die Augen unseres Gegenübers. In Corona-Zeiten wo wir uns alle nur mit Maske begegnen, bleiben nur die Augen die ich anschauen kann. Aber in den Augen meines Gegenübers kann ich viel erkennen. Freude, Angst, Trauer, Misstrauen oder Verständnis all dies kann ich wahrnehmen. Wenn ich diesen „Augen-Blick“ wage und aushalte.

Ein Blick in die Augen – einen Augenblick Zeit für den anderen. Ihn wahrnehmen, ihn annehmen, gemeinsam da sein und ohne Worte in Verbindung sein. All dies ermöglicht so ein Augenblick.

Hildegard von Bingen hat schon gesagt: „Die Augen sind die Fenster zur Seele.“ Wie recht sie hat. Lassen sie uns öfter in diese Fenster schauen. Wir können viel entdecken.

Gott tut dies. Er sieht uns auch hinter der Maske. Er kennt uns. Er hat uns im Blick. Er hat einen liebevollen Blick auf uns.

Gebet

Wasche rein, o Herr meine Augen,

damit ich neu sehen lerne.

Wasche rein, o Herr meine Augen,

damit ich meinen Nächsten erkenne.

Wasche rein, o Herr meine Augen,

damit Kommunikation ohne Worte entsteht.

Aus: alles hat seine Zeit, Kalender für Frauen 2020

Jauchzen in der Stille

Heute jauchze ich nur ganz leise, mein Gott.

Und du hörst mich.

Heute verberge ich mein Gesicht hinter einer Maske.

Und du siehst mich.

Das ist mir wichtig.

Dass Du mich siehst

Dass du mich hörst.

Auch die anderen um mich herum.

Zu denen ich Abstand halten muss.

Die – wie ich – nur leise jauchzen und Masken tragen.

Das ist wirklich schwer.

Darum mein Gott:

Nimm unser Bitten in deine Hand.

Die Sorge ist groß.

Behüte unsere Freude.

Denn sie ist grad so flüchtig.

„In deiner Hand sind die Tiefen der Erde

Und die Höhen der Berge sind auch dein“.

Das möchten wir spüren.

Hilf uns dabei.

Jetzt und immer.

Amen

Aus: Gottkontakt-beten-in-corona-zeiten Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ww.ekhn.de

Von Diakonin Sabine Lohrum

„Jibbet jet ze binge?“

Mit diesem Ruf warben in der Stadt Köln in den Hinterhöfen vor langer Zeit umherziehende Handwerker um Aufträge. Mit einem Hämmerchen schlugen sie dazu auf Blech: Bing, bing! Man nannte sie Zebingemänner, auch Zebingemännche, wenn sie etwas klein geraten waren. Ihr Angebot: Kessel ausbeulen, Geschirr kleben oder löten, Gerätschaften des Alltags reparieren. Ein schönes Bild für die Sorge um die Seele: Hast du was auf dem Herzen? Erzähl es mir! Wir richten es biegen, löten, kleben es wieder zurecht. Wir könnten einander Zebingemänner und-Frauen sein, wenn wir kleine, manchmal unscheinbare Dienste der Seelsorge anbieten. Schön, wenn es fast nichts kostet außer besonderer Aufmerksamkeit, gerade jetzt, in Viruszeiten.

Pfarrer i.R. Wolfgang Piechota


Weitere Texte von unseren Pfarrerinnen und Pfarrern als Kraftquelle finden Sie auf der Seite unserer Diakonie Gemeinde.

Diakonische Gemeinschaft Paulinum

Die Diakonische Gemeinschaft Paulinum trägt seit 40 Jahren neben dem Mutterhaus die Zielsetzung und die Arbeit in der Stiftung mit. Als Zusammenschluss von Diakoninnen, Diakonen und Mitarbeitenden der Stiftung kreuznacher diakonie, fördert und gestaltet die Diakonische Gemeinschaft das diakonische Amt und das gemeinsame Leben in der evangelischen Kirche mit. Die Diakonische Gemeinschaft Paulinum versucht, Glauben und Leben, Beten und Arbeiten miteinander zu verbinden, um inmitten von Kirche und Gesellschaft Zeugnis zu geben von Gottes Gegenwart.

Die Diakonische Gemeinschaft Paulinum wird durch den / die Älteste sowie den Rat geleitet. Die jährliche Zusammenkunft der Gemeinschaft im Konvent findet am ersten Adventswochenende statt.

Veranstaltungen

Achtung: Unsere Treffen finden derzeit bis auf Weiteres nicht statt.

Die Diakonische Gemeinschaft trifft sich an jedem ersten Montag im Monat um 19 Uhr (außer in den Ferien) zur Andacht und zum gemeinsamen Austausch im Geschwister Scholl Haus. An allen anderen Montagen außer In den Ferien finden die Andachten um 17 Uhr statt, gestaltet von den Schülerinnen und Schülern der Diakonenausbildung.


„Die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Paulinum wissen sich als von Gott geliebte und befreite Menschen. Diese Erfahrung wollen sie in Kirche, Diakonie und in der Welt durch ihr Handeln sichtbar und erlebbar werden lassen“
Diakonin Doris Borngässer

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Ihre Ansprechpartnerin

Andrea Bäder-Mellmann
Referat Diakonik-Ethik-Seelsorge, Sekretariat

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